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Große Klappe, kaum Substanz

 

Christa Tamara Kaul  | 30.03.2015

 

Wenn man die griechischen Reformvorschläge, die den Geldgebern nun eingereicht wurden, sieht bzw. liest, dann drängt sich die Frage auf: Ist die Tsipras-Regierung tatsächlich so dumm und unfähig - oder sieht es nur so aus, warum auch immer?

 

Ein Durchbruch bei den Verhandlungen zwischen der EU und Griechenland sieht anders aus:

Da lieferten die griechischen Regierungsvertreter statt der seit langem angekündigten Reformliste an diesem Wochenende doch tatsächlich nur einige digitale Dokumente auf mobilen Geräten, und das auch nur auf Griechisch und schwammig formuliert. Angeblich soll die vollständige Liste jetzt noch kurz vor Ostern präsentiert werden. Dann hoffentlich mit konkret ausformulierten Maßnahmen?

 

Wie erfolglos sich Varoufakis und Genossen bisher auch aufgeführt haben, anscheinend ist die Lust aufs Pokern im Athener Tsipras-Club immer noch ungebrochen, auch wenn die Staatsbankrott mit jedem Tag näher kommt. Und da stellt sich die nächste Frage: Was sollen der auf Athener Drängen weit vorgezogene Besuch Tsipras' bei Putin und die gleichfalls auffallenden Bemühungen um chinesische Unterstützung? Drohung? Erpressung? Hohles Gehabe?

 

Es wird spannend zuzusehen, wie das wirtschaftlich selbst angeschlagene Russland und die zwar weit entfernte, aber global nach Einfluss strebende Fast-Großmacht China reagieren werden. Was allerdings die aktuelle griechische Regierung angeht  -  die nervt nur noch, weil sie Aufmerksamkeit und Energien von eigentlich wichtigeren Problemen abzieht.

 

Warum eigentlich nicht konsequent Grexit? Europa könnte das wohl besser verkraften als das unendliche Geschacher!

 

 

 

 

 

 

 



                                             

© Christa Tamara Kaul