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Wenn Lilabris von Nafris faseln ---
oder:
Die unerträgliche Leichtfertigkeit des
Rassimusgelabers
Christa Tamara Kaul | 03.01.2017

"Nafri", die polizeiinterne Abkürzung für "nordafrikanische
Intensivtäter", ist nicht unbedingt ein semantisches
Glanzlicht -
und schon gar nicht für die Öffentlichkeit gedacht. Deshalb war
es von der Kölner Polizei höchst unklug, diesen
Begriff in den sogenannten sozialen Medien
herumzutwittern. Aber daraus den Schluss zu ziehen und der
Kölner Polizei vorzuwerfen, sie sei rassistisch - das
offenbart schon ein hohes Maß an Realitätsverlust und Dummheit.
Von Realitätsverlust und Dummheit beispielsweise bei einer Frau Simone
Peter, Parteichefin der Grünen (immer noch), oder auch der "taz", die da den Kölner Polizisten Racial Profiling bzw. Rassismus
vorwarfen. Selbstverständlich durfte in dieser Riege auch die
- nicht nur - untenrum freie Spiegel-Kolumnistin Margarete
Stokowski nicht fehlen. Welch ein Blödsinn! Denn die in der Kölner Sylvesternacht
geballt anreisenden nordafrikanischen Männergruppen wurden eben
nicht aufgrund von Haarfarbe, Herkunft
oder anderer Faktoren, für die ein Mensch nichts kann, gezielt
beobachtet, sondern wegen des aggressiven Verhaltens und anderer,
durchaus konkreter Verdachtsmomente und Anlässe gestoppt und
kontrolliert.
Und es ist nur einleuchtend, gerechtfertigt und dazu gut gelungen,
dass genau jene Personengruppe, aus der im Vorjahr die Mehrzahl der
Straftaten erfolgte, besonders observiert wurde. Gut so. Denn wie
sich zeigte, waren es auch dieses Jahr wieder Nordafrikaner, die in
massiver Gruppenstärke und ganz offenkundig organisiert im und um
den Kölner Bahnhof herum auftauchten - "scheinbar wie
aus dem Nichts", so Augenzeugen. "Wenn die Polizei nach potenziellen
Straftätern sucht, werden möglichst genaue Täterprofile erstellt.
Genau das ist in Köln geschehen. Mit Rassismus hat das nichts zu
tun", so ist unter anderem in einem Kommentar von Ludwig
Greven in der "Zeit" zu lesen. Dem ist wenig hinzuzufügen. Nur
soviel:
Ein Dank an die Polizistinnen und Polizisten, die weitestgehend für
Sicherheit sorgten. Und sich selbst sicher einen schöneren
Jahreswechsel gewünscht hätten. Zu den eigentlichen Leidtragenden
zählen neben den Menschen, denen ein Stück der sprichwörtlichen
Kölner Leichtigkeit verloren ging, auch jene Nordafrikaner, die
selbst friedlich und angemessen hier leben. Deren Ruf droht durch
ihre kriminellen Landsleute unwillkürlich in Mitleidenschaft gezogen
zu werden.

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