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Da ist sie mal wieder ---

 

                            die überflüssige N-Wort-Aufregung

 

Christa Tamara Kaul |  01.09.2015

 

Na das ist doch mal wieder ein richtig schöner Shitstorm! Denn da hat doch wahrhaftig im Fernsehen einer Neger gesagt. Und dieser eine war auch noch Joachim Herrmann (CSU), seines Zeichens Innenminister Bayerns. Mit seiner Äußerung  bezog er sich auf eine zuvor eingeblendete Meinung eines interviewten Bürgers, der abwertend über Neger, gemeint waren afrikanische Flüchtlinge, sprach.  Herrmans inkriminierter Satz „Roberto Blanco war immer ein wunderbarer Neger, der den meisten Deutschen wunderbar gefallen hat" bezog sich auf genau diese Einspielung, kam allerdings so zeitversetzt, dass sich vielen dieser Zusammenhang nicht erschloss. Dennoch: Aus dem gesamten Diskussionsbeiträgen Herrmanns musste sich "eigentlich" für alle gutwilligen Zuschauer und Zuhörer ergeben, dass hier wohl keine rassistische Verunglimpfung vorliegen konnte. Aber wie Reflexreaktionen nun mal so sind, sie springen den vermeintlichen Gegner ohne vorherige Denkpause an. In diesem Fall war das N-Wort der Reflexmobilisator:  Der hat Neger gesagt!

 

Sicher, es stimmt leider auch, dass viele Schwarze bzw. Farbige mit dem Begriff  Neger in anderen Zusammenhängen und/oder Ländern schlechte Erfahrungen gemacht haben, ihn oft als Demütigung empfinden. Daher gebietet sich im täglichen Umgang sehr wohl eine sorgsame Wortwahl. Allerdings ohne die überflüssige Hysterie wie jetzt anlässlich der Hart-aber-fair-Sendung.

 

Übrigens: Das deutsche Wort Neger leitet sich von dem lateinischen Wort niger ab, und das bedeutet schwarz. Und der angesprochene Roberto Blanco kommentierte den so genannten Eklat in Focus-Online am Tag danach eindeutig: "Fühle mich nicht beleidigt".
 

 

 


                                             

© Christa Tamara Kaul