Das und jenes

 -  und was sonst

noch zum

alltäglichen Wahnsinn

gesagt werden muss

 

 

Cave: BLOGspott

ist kein Blog!

 

Im Gegenteil:

Kommentare nur

per E-Mail

 

 

Startseite

 

Impressum

     

Gestern Second Life - heute Twitter

 

Warum denn soviel Zeit verschwenden?

 

Christa Tamara Kaul | 26.01.2009

 

Spricht eigentlich noch jemand von  Second Life? Ich begreife es nicht, nein, auch nicht, wenn ich mir Mühe gebe. Warum um Himmels Willen soll ich twittern? Der gute Wille war da, ich habe mich im Twitter-Käfig umgeschaut, ebenso wie ich es schon früher in Second Life getan habe. Nun bin ich sicher: Wenn dort nicht gerade die Welt neu erfunden wird, dann brauche ich Twitter und Facebook ebenso wenig wie Second LIfe. Allem Euphoriegeschrei(be) zum Trotz, das durchaus auch von intelligenzbegabten Zeitgenossen kommt. Mario Sixtus - den elektrischen Reporter - und Torsten Dewi - den Wortvogel - zähle ich grundsätzlich mal dazu. Doch besser wird das Laber-Netz durch deren Fürsprache auch nicht. Und: Gerade in Zeiten des Wandels musst Du denen am ehesten misstrauen, die sich am sichersten sind.

Vielleicht liegt es ja nur daran, dass ich über Dreißig bin, und denen über Dreißig soll man ja bekanntlich misstrauen. Wie auch immer, ich halte es für schiere Zeitverschwendung zu lesen, dass Leute gerade vor drei Stunden aufgewacht sind, sich einen Pickel ausgedrückt und sich mit der Sauce eines Hamburger Klopses bekleckert haben. Und ich werde den Teufel tun, meine Mitmenschen meinerseits mit solchen Sch...kram zuzumüllen. Was lässt sich - öffentlich - schon mit 140 Zeichen sagen, was nicht banal ist?  Für das weniger Banale gibt es adäquatere Kommunikationswerkzeuge.

Für mein Bedürfnis nach virtueller Selbstdarstellung reicht mir ein mehr oder minder klassischer Internetauftritt vollkommen aus. Selbst ein Blog würde die mir zur Verfügung stehende Zeit schon überstrapazieren, denn es geht ja nicht nur um die eigenen Verbalergüsse, sondern vor allem auch um die Moderation (neudeutsch) respektive Kontrolle (altdeutsch) der Kommentare. Und die alle zeitnah zu lesen - so sie denn überhaupt kommen - , ist mir zu viel zeitlicher Aufwand. Wenn sie aber nicht kommen - und bei den allerallermeisten Blogs kommen sie nicht - ist die Blogtechnik überflüssig.

Und zu allerletzt: Gerade weil derzeit alle twittern, die dazuzugehören und hip und cool sein wollen - gerade deshalb empfinde ich eine splendid isolation in Abstinenz von allen zeitgeistigen Laber-Netzen so apart. Spricht eigentlich noch jemand von  Second Life? Eben. Morgen  wahrscheinlich auch nicht mehr von Twitter.

 

                                             

© Christa Tamara Kaul